Niederbayerischer Inklusionstag – Für alle Grund- und Mittelschulseminare an der Modusschule Lalling

Ein Kind ist wie ein Schmetterling im Wind. Manche fliegen höher als andere, aber alle fliegen so gut sie können. Sie sollten nicht um die Wette fliegen. Jeder ist ANDERS. Jeder ist SPEZIELL. Jeder ist WUNDERSCHÖN“,  so die Einleitung und gleichzeitig der Willkommensgruß an alle Lehrerinnen und Lehrer, Seminarlehrkräfte, die zum Niederbayerischen Inklusionstag  für alle Grund- und Mittelschulseminare aus ganz Niederbayern an die Modusschule Lalling gekommen waren.

Rektor Helmut Habereder gefiel außerordentlich, dass um die 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Lalling gekommen waren. Nicht nur für die Schule, sondern auch für die Gemeinde Lalling war es ein besonderer Tag. Die Freiwillige Feuerwehr Lalling ordnete nicht nur den Verkehrsfluss, sondern hatte ausreichend viele Parkplätze ausgewiesen. Die Grundschule Lalling hat in Niederbayern bei den Inklusionsschulen einen tollen Ruf. Rektor Helmut Habereder hat eine tolle Arbeit gemacht. Der Schulleiter eröffnete den Inklusionstag  und freute sich folgende Ehrengäste begrüßen zu dürfen: Rektor  Martin Zuchs von der Regierung von Niederbayern,  Leitende Schulamtsdirektorin des Schulamtsbezirks Deggendorf Susanne Swoboda, Stv. Vorsitzender des Schulverbands Lalling- Hunding-Schaufling- Grattersdorf  Alfons Gramalla, die Mitglieder des Inklusionsvereins Deggendorf, unter Leitung der Vorsitzenden Edith Greil und Stv. Katja Fischer und Familie Wasmeier,  die Leiterin des Organisationsteams Regierungsschulrätin Dr. Gabriele Loibl in Kooperation mit Seminarleiterin Maxi Springinklee,  die Hauptreferentin des heutigen Tages Dr. Edith Wölfl, stellvertretend für die weiteren  Referenten und Referentinnen, alle Seminarrektoren und –rektorinnen und vor allem alle Seminaristen und Seminaristinnen der niederbayerischen Grund- und Mittelschulseminare. Grußworte sprachen Rektor  Martin Zuchs von der Regierung von Niederbayern,  der stv. Vorsitzender des Schulverbands Lalling Alfons Gramalla. Nicht zu vergessen die Vorsitzende des Inklusionsvereins Deggendorf Edit Greil. Ausgerüstet mit Bauhelm und Warnweste wies sie auf den zehnten Geburtstag der Einführung der Inklusion hin. Der Inklusionsverein Deggendorf übernahm die Bewirtung und sorgte für entsprechende finanzielle Ausstattung. Die vielen organisatorischen Tätigkeiten waren in den besten Händen des Schulpersonals der GS Lalling. Alles funktionierte bestens und ohne Aufregung.

Die Grundschule Lalling trägt neben ihrem Modus Status auch den Titel LemaS Schule (Leistung macht Schule) – ein bundesweiter Schulversuch zur Förderung und Entdeckung von besonderen Begabungen bei Schülern und Schülerinnen und natürlich Inklusions-Profilschule. INKLUSION ?! Ziel ist, dass gemeinsames Lernen für alle die Möglichkeit verbessern soll, ein Leben lang am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.  Dabei geht Bildung, wie man sie hier verstehen muss, weit über reine Wissensvermittlung hinaus. Es geht darum die positive Persönlichkeitsentwicklung von Menschen zu fördern. Inklusive Bildung bedeutet deshalb auch individuelle Förderung und Unterstützung. Für die Schule bedeutet dies, dass Kinder mit und ohne Förderbedarf, mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen, so wie in Art. 30b Abs. I des Bayerischen Erziehungs-u. Unterrichtsgesetzes klar als Ziel gefordert.

Die Hauptreferentin  Dr. Wolf leitete mit der Frage ein: Wie kann Inklusion überhaupt gelingen; Prävention und Intervention bei sozialen und emotionalen Störungen in der Schule.   Ursachen für sozial—emotionale Störungen sind  Störungsursachen im Kind: Ängste, Zwänge, ADHS, Erkrankungen etc.; Störungsursachen in der Familie: Bindungsstörungen, Beziehungsstörungen, Erkrankungen, Verluste, Gewalterfahrungen; Störungsursachen im Umfeld: Ausgrenzung, Armut, häufige Wechsel, Gewalt um Umfeld.  Sie ging weiter insbesondere auf  die Besonderheiten von Menschen mit emotionalen und sozialen Störungen, Merkmale und Funktion sozial-emotionaler Störungen; die eingeschränkten  Ich-Kompetenzen und die entsprechenden Folgen ein;  Sinn von Schulentwicklung und sozial-emotionalen Störungen und Schulqualität; Sinn von Schulentwicklung und sozial-emotionalen Störungen; Schulqualität und die Förderung von Kindern mit emotionalem und sozialem Förderbedarf. Kooperation  als Förderbasis; Entwicklung von kooperativer Qualität zwischen den Lehrkräften, zwischen Schulen, mit Eltern und anderen Angehörigen, mit Partnern der Schule z.B. Jugendhilfe, Hort etc., mit anderen Hilfen vor Ort z.B. Therapeuten ,ggf. mit Kirchen, Vereinen etc., also anderen Lebensräumen des Kindes. Das Kind braucht sozusagen  „ein ganzes Dorf“ für seine Entwicklung.  Es ging insbesondere auch um die persönliche Weiterentwicklung von personalen Kompetenzen bei den Lehrkräften,  die organisatorische Entwicklung der Räumlichkeiten in den Schulen, Kriterien für Unterricht wie: didaktisches Minimum und Vereinfachung auf Wesentliches, Lerninhalte und Unterrichtsinhalte sind Medium des sozialen und emotionalen Lernens. Sie müssen dafür sinnhaft sein. Gemeinschaft vor Individualität: Es herrscht eine Kultur des Wir, der Zusammengehörigkeit und nicht der Ausgrenzung. Die emotionale und soziale Entwicklung wird systematisch verfolgt durch Zielangaben und eine Feedback-Kultur. Mit einem deutlichen „Make them feel successful“ endete die Hauptreferentin.

Nach der Mittagspause verteilten sich die Teilnehmer auf 10 verschiedene und doch zusammenwirkende Workshops. Themen waren u.a. Unterricht in heterogenen Klassen, Sprache im Mathematikunterricht, inklusive Sportpädagogik, Didaktik Musikunterricht, Eltern-Beratung Möglichkeit inklusiver Beschulung uvm. Das Feedback des gesamten Tages wurde von allen Teilnehmern sehr positiv bewertet.

Text: Gruber

 

 

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