Nachruf für Heinrich Höpfl

Eine große Zahl von Trauergästen gab Heinrich Höpfl auf dem Lallinger Friedhof die letzte Ehre. Der frühere Rektor der Lallinger Schule ist im hohen Alter von 93 Jahren verstorben. Den Trauergottesdienst zelebrierte der aus Lalling stammende Domkapitular Manfred Ertl, unterstützt von Diakon Dieter Stuka, der viele Jahre in Lalling gewirkt hat. In der Predigt hielt Manfred Ertl Rückschau auf den Lebensweg von Heinrich Höpfl, der 1925 in der Gemeinde Iggensbach geboren und mit zehn Geschwistern aufgewachsen ist. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Passau wurde er mit 18 Jahren zum Arbeitsdienst einberufen und musste von 1943 bis 1945 Kriegsdienst leisten. Kurz nach Kriegsende begann er die Ausbildung zum Lehrer. Die erste Lehrstelle trat Heinrich Höpfl in Jägerreuth an. Bei einem Besuch in Lalling lernte er Franziska Matschilles kennen. Bereits kurze Zeit später wurde geheiratet. Vier Kinder wurden dem Ehepaar geboren. Zur Familie gehören heute außerdem acht Enkelkinder und vier Urenkel. Nach einigen Jahren als Schulleiter in Ruhstorf wirkte er ab 1965 als Schulleiter in Lalling. Viel Engagement zeigt er bei den Vereinen, bei der Kirche und für die Heimatpflege. Er gehörte zu den Initiatoren von Müllsäuberungen in der Gemeinde. Von 1968 bis 1982 war Heinrich Höpfl Vorsitzender des Dekanatsrates. Für sein kirchliches Engagement wurde ihm der päpstliche Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ verliehen. Heinrich Höpfl, ein zuverlässiger und bescheidener Mann, hat sich immer für die Familie eingesetzt. Vielen Lallingern ist noch bekannt, wie er mit einem kleinen Leiterwagen mit Enkelkindern unterwegs war. Vor zehn Jahren machte sich bei ihm eine schwere Krankheit bemerkbar, von der sich Heinrich Höpfl nicht unterkriegen ließ. In den letzten Monaten trat eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein. Er konnte sich von seiner Familie noch verabschieden und ist friedlich eingeschlafen. Heinrich Höpfl war ein Geschenk für seine Familie, die Schule, für ganz Lalling. Die Fürbitten wurden von Enkelkindern verlesen.

 

Bürgermeister Josef Streicher stellte in seinem Rückblick den Einsatz von Heinrich Höpfl für den Bau des Schulhauses und die Entwicklung der Schule nach der Schulreform ab 1969 heraus. Von 1978 bis 1990 war er Mitglied des Gemeinderates. Er habe ihn als toleranten, konsequenten Kollegen im Gemeinderat kennen gelernt. Auch nach seinem Ausscheiden zeigte er Interesse für gemeindliche Angelegenheiten. Für sein Engagement für Schule und die Allgemeinheit wurde ihm 1985 die Bürgermedaille der Gemeinde verliehen. Heinrich Höpfl war ein Glücksfall für Lalling. Er werde sich mit Hochachtung an ihn erinnern.

Der frühere Lallinger Rektor Gebhard Schöffmann befasste mit in seinem Nachruf mit dem Wirken in Lalling. Heinrich Höpfl habe das Leben in Gemeinde und Pfarrei jahrzehntelang mitgestaltet. Mit großem persönlichem Einsatz und diplomatischem Geschick habe er sich während der Schulreform für den Bau des Schulhauses in Lalling eingesetzt. Nach 1969 setzte er sich für das Zusammenwachsen der neuen Schuleinheit mit anfänglich 502 Schülern ein. Heinrich Höpfl übernahm neben seinen Führungsarbeiten außerdem die 9. Klasse mit 37 Schülern und dies ohne Sekretärin und die heute selbstverständlichen elektronischen Hilfsmittel. Die Schule, die er 1985 an seinen Nachfolger Sigurd Wagner geordnet übergab, war sein Lebenswerk. Im kirchlichen Bereich habe er jahrzehntelang die Pfarrchronik geführt. Lalling ist durch sein Ableben ärmer geworden.

Kirchenpfleger Michael Klampfl betonte, die Pfarrei verliere in Heinrich Höpfl eine herausragende Persönlichkeit, die von 1967 bis 1982 der Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinderat angehörte. In dieser Zeit habe er bei den Entscheidungen von Bauvorhaben in den beiden Gremien seinen Sachverstand eingebracht. Als Beispiele nannte Klampfl die Erneuerung des Kirchendaches 1971 und die Kircheninnenrenovierung 1980. Überörtlich gehörte Heinrich Höpfl als Vorsitzender des Dekanatsrates von 1968 bis 1982 auch dem Diözesanrat Passau an.

Den Nachruf für die Vereine sprach Maria Gruber, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, bei dem Heinrich Höpfl seit 1965 Mitglied war und bei dem er 1967 für 28 Jahre den Vorsitz übernahm. In dieser Zeit prägte er in vielfältiger Weise das Vereinsleben und setzte sich für den Streuobstbau ein. Das Lallinger Mostfest hat er mit ins Leben gerufen. Die Mitglieder ernannten ihn 1996 zum Ehrenvorsitzenden. Mitglied der Feuerwehr war Heinrich Höpfl seit 1965, des Trachtenvereins seit 1976. Er war auch Schirmherr des Lallinger Heimatfestes. Bei der CSU war einer 45 Jahre Mitglied, einige Jahre Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes.

An der Beisetzung nahmen auch viele pensionierte und aktive Lehrer sowie Abordnungen der Vereine teil.

Text: Schröck
Foto: Heinrich Höpfl, dem Sterbebild entnommen

Posted in Neues aus der Gemeinde, News.