Max Duschl hat auch in diesem Jahr wieder die Daten der Lallinger Wetterstation ausgewertet

Ein Gutes hatte der vergangene Sommer – genügend Niederschläge für die Vegetation und für die Wasserwirtschaft. Verregnet kann man das auch nennen. Dieses Fazit zi

eht Max Duschl, der auch heuer wieder die Daten der Lallinger Wetterstation ausgewertet hat. Er stellt fest: „Der Regen in der Vegetationszeit ist immer gut verteilt gefallen. Trockenschäden an den Pflanzen sind daher nicht verzeichnet. Es gab keine extremen Wetterlagen. Die verhältnismäßig kühlen Monate April und Mai sowie die Sommermonate von Juni bis Anfang September trugen dazu bei, dass die Jahresdurchschnittstemperatur im Vergleich zu den letzten zehn Jahrenum1Grad gesunken ist. Die niedrigste Temperatur wurde am14. Februar mit –14,2°Cund die höchste Temperatur am 19. Juni mit +32,5°Cgemessen. Die Gesamtniederschlagshöhe betrug 1092,1 l/m2; im Vorjahr 998,4 l/m2.“ 

Das neue Jahr 2021 begann wieder mit Frühlingswetter wie schon in den vergangenen acht Jahren. „In Rabin (Ensbach) grasten die Kühe am 28. Dezember auf der Weide.“ Am 6. Januar setzte Schneefall ein. Dies setzte sich bis 28. Januar fort. 15 Schneefalltage wurden im Monat registriert. Dabei fielen bis ca. 50 Zentimeter Schnee. Ab 28. Januar änderte sich die Großwetterlage laut Duschls Aufzeichnungen. Tauwetter und Regen sorgten für eine rasche Schneeschmelze, die eine Woche anhielt. Ab dem 8. Februar baute sich über Mitteleuropa ein Omega-Hoch auf. Dieses erstreckte sich vom Ostatlantik bis in die Nähe des Ural und Skandinavien. Dabei floss sehr kalte Festlandsluft bis Westeuropa. Die kalte Episode hielt nur bis 19. Februar. Ab diesem Zeitpunkt stellte sich für kurze Zeit der Vorfrühling ein. Am 23. Februar zeigte das Thermometer bereits +16,4° C an. Der Vorfrühling endete jedoch bereits Anfang März. Ein stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa versperrte immer wieder den Zustrom atlantischer Tiefdruckgebiete mit wärmerer Luft. Bei dieser Wetterlage gingen die Temperaturen wieder fast auf winterl

iche Verhältnisse zurück. Dabei wurden noch an 17 Nächten Luftfröste (in 2 m Höhe) bis – 6° C gemessen. An 22 Nächten registrierte die Wetterstation noch Bodenfrost (4cmüber dem Erdboden) bis – 6° C. Auch der Monat April zeigte noch sein wahres Gesicht. Bis 15. April wurden noch zehn Nächte mit Luftfrost registriert. Von Vorfrühling noch keine Spur. Die Vegetation lag im Vergleich zu vorhergehenden Jahren erheblich zurück. Zudem machte sich die Trockenheit vom März und April negativ durch Anlaufschwierigkeiten beim Getreide bemerkbar. 

Im Mai Regen an 21 Tagen 

Der Monat Mai brachte den ersehnten Regen. An 21 Tagen regnete es in ausreichendem Maß (142,6 l/m2). Die Temperaturen lagen im Vergleich zu anderen Mai-Werten deutlich unter der Norm. Durch die vielen Regentage konnte sich die Obstbaumblüte nur zögerlich entfalten. Dabei war auch der Bienenflug und damit die Bestäubung eingeschränkt. Das machte sich auch bei der Obsternte im Herbst negativ bemerkbar. Auch der erste Grasschnitt für die Silagebereitung hat sich weiter verzögert. Der erste Erntemonat (Silagegewinnung und Heuernte) brachte es wieder auf 17 Regentage. Von 13. bis 21. Juni herrschte Hochsommer. An diesen 19 Tagen wurden an 6 Tagen über + 30° C gemessen. Insgesamt hat Max Duschl neun Gewitter beobachtet. Der Monat Juli kann als echter Wachstumsmonat bezeichnet werden. Wärme und Regen brachten einen idealen Schwung in die Vegetation. Es wurden 17 Tage mit Regen registriert. Starkregen mit Erosionsschäden waren nicht zu verzeichnen. Durch die vielen Regentage gab es Verzögerungen beim zweiten Grasschnitt und Getreideernte. Ein regenreicher August, wie man ihn seit vielen Jahren nicht mehr erlebt hat: Der Monat brachte es auf 20 Tage mit Niederschlag. „Nach meinen Aufzeichnungen“, meint Stationsbetreuer Max Duschl, „vergleichbar mit dem Jahr 1958.“ Z

udem war der Monat zu kühl. Badefreunde kamen nicht auf ihre Rechnung. Die Erntearbeiten haben sich stark verzögert. Der September gilt als der niederschlagsärmste Monat des Jahres. Nach den niederschlagsreichen Monaten seit Mai stellte sich ideales Erntewetter ein. Der Grammetschnitt und die Silomaisernte konnten problemlos abgeschlossen werden. Trotz der Trockenheit es gab nur 24 l auf den Quadratmeter – gab es in der Vegetation durch die kühle Witterung keine Schäden. Witterungsbedingt kann der Monat Oktober mit September verglichen werden. Ideales Wetter für die Landwirtschaft (restliche Erntearbeiten, Feldbestellung für Wintergetreide). Der November entsprach einem ec

hten Nebelmonat. Nachdem die Sonne den Nebel tagsüber nicht auflösen konnte (es gab 26 Nebeltage), betrug dabei die relative Luftfeuchte 100 Prozent. Eine Verdunstung der Feuchtigkeit ist dadurch nicht mehr möglich. Eine Abkühlung in Bodennähe war bereits im Vergleich von zurückliegenden Jahren weit fortgeschritten. Laut Lallinger Wetterstation wurden 16 Nächte mit Bodenfrost und 15 mit Luftfrost registriert. Am 25. November wurden – 6,5° C (in 2 Metern Höhe) gemessen. Außerdem gab es in der letzten Novemberwoche bereits vier Eistage. In der Meteorologie spricht man von einem Eistag, wenn die Temperatur tagsüber 0°Cnicht überschreitet. Der 30. November brachte den ersten Wintereinbruch mit heftigem Schneefall. Im Beobachtungsgebiet wurden an diesem Tag abends 25 cm Schnee gemessen. Die letzten drei Novembertage brachten den Winter mit Kälte ins Land – dann folgten immer wieder täglich leichtere Schneefälle. 

Ab dem 10. Dezember war der winterliche Spuk vorbei. Es folgte ein nicht enden wollendes Tauwetter. Insgesamt gab es im Dezember 23 Niederschlagstage, die ersten vier Tage noch als Schnee, dann nur noch als Regen. Am 28. Dezember wurden an der Wetterstation 41 l/m2 gemessen. Insgesamt fielen im letzten Monat des Jahres 136,6 Liter auf den Quadratmeter. Am Silvestertag wurden an der Station + 12,8° C registriert. „So ein grünes Weihnachten habe ich noch nicht erlebt“, sagt Wetterstationsbetreuer Max Duschl. 

Gesamtbeurteilung 

Kein schlechtes Jahr–problematisch manchmal bei der Heu- und Getreideernte – für die Photovoltaik-Anleger ein spürbarer Verlust bei der Stromerzeugung wegen geringeren Sonnenstunden und diffusem Himmelslicht. Als positiv wertet Max Duschl, dass sich der Borkenkäfer nicht mehr so vermehren konnte wie in den vergangenen Jahren. 

 

 

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