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Rezept gegen Landarztmangel

Fünf Nachwuchsmediziner durch zweijähriges innovatives Projekt für Bayerwald gewonnen

Ein Rezept gegen den Landarztmangel ist das innovative Versorgungsprojekt „Gute Ärzte braucht das Land“, das jetzt nach zwei Jahren seinen erfolgreichen Abschluss fand. Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat das Projekt mit 200 000 Euro bzw. 50 Prozent gefördert. Projektleiter ist Hausarzt Dr. Wolfgang Blank, der zusammen mit Dr. Thomas Oldenburg von Kirchberg (Lkr. Regen) aus die Gemeinschaftspraxis im Bayerwald umgesetzt hat. In zwei Jahren hat sie fünf junge Nachwuchsärzte – Petra Mendl, Anton Kalmancaj, Julia Friedel, Susanne Kleudgen und Dora Takacs – für die hausärztliche Tätigkeit in der ländlichen Region gewinnen können.

Für die verhinderte Gesundheitsministerin Melanie Huml war gestern Abend Ruth Nowak, Amtschefin im Ministerium für Gesundheit und Pflege, zur Abschlussveranstaltung in den Gasthof zum Sonnenwald in Schöfweg (Lkr. Freyung-Grafenau) gekommen. „Sie haben aus den 200 000 Euro sehr viel gemacht. Wir sind stolz auf Sie. Man sieht, was durch Initiative, Kreativität und Fantasie möglich ist“, lobte sie die Initiatoren.

Dieses Rezept passe sehr gut in das Förderprogramm der Staatsregierung, gleiche Lebensbedingungen in ganz Bayern anbieten zu können. Das Gesundheitsministerium unterstütze diese Bestrebungen mit Stipendien für Medizinstudenten, die sich in Richtung Landarzt orientieren und Einmal-Zuschüsse für Niederlassungen. Gleichwohl sei eine Reform des Medizinstudiums unerlässlich, wie sie für 2020 angestrebt werde. Da sei u.a. angedacht, eine Landarztquote bei Zulassungen einzuführen, betonte Nowak.

Zuvor hatte Dr. Blank den Zuhörern das Projekt „Gute Ärzte braucht das Land“ mit seinen drei Säulen administrative Entlastung, Work-Life-Balance und generationenübergreifendes Zusammenarbeiten alter und junger Ärzte erläutert. Die Gemeinschaftspraxis Bayerwald hat neben Kirchberg die Standorte Schöfweg, Rinchnach und Lalling, wo neben Blank und Oldenburg die Ärzte Dr. Irmengard und Dr. Dieter Schoder, Dr. Gerhard Bernecker und Dipl.med. Hans Joachim Häfner arbeiten. „Unsere medizinischen Fachangestellten nehmen uns viel Arbeit ab“, bedankte sich Dr. Blank herzlich für die administrative Entlastung. Junge Ärzte ließen sich nur aufs Land locken, wenn sich Beruf und Privatleben gut verbinden lasse. Deshalb gibt es in der Gemeinschaftspraxis im Bayerwald variable, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, Leihoma und -opa, die die Praxis vermittelt, Kindergarten- und Hortplätze und durch Headhunter auch die Möglichkeit, dass Partner/in beruflich weiterkommen.

Durch das Zusammenarbeiten mit erfahrenen Ärzte im Team werde dem Nachwuchs die Angst genommen, nicht genug zu sein und die vielfältige Arbeit nicht zu schaffen. Innovative Lern- und Lehrformate – z.B. die Fortbildung über Skype oder Behandlungsnetzwerke – seien ein weiteres Modul, erklärte Dr. Blank. Wie gut dieses Projekt funktioniere, bestätigen die fünf Ärzte in Weiterbildung bei ihrer kurzen Vorstellung. Die Arbeit mit „Vorbildern, die mit Herzblut bei der Sache seien, motiviere“, sie sei „spannend“, habe die „Erwartung übererfüllt“ oder sei, kurz gesagt, „einfach toll“. (aus PNP vom 23. März 2017)

Bildunterschrift: Freuen sich über den Erfolg des Projekts „Gute Ärzte braucht das Land“: die Projektleiter Dr. Wolfgang Blank (3.v.r.) und Dr. Thomas Oldenburg (4.v.l.), Ruth Nowak, Amtschefin im Gesundheitsministerium (4.v.r.), die Ärzte in Weiterbildung, Dora Takacs (ab 2.v.l.), Petra Mendl, Anton Kalmancaj, Susanne Kleudgen und Julia Friedel (2.v.r.), Natascha Raible von der Förderstelle „Innovative medizinische Versorgungskonzepte“ (l.) und MD Dr. Kerstin Finger vom Fachreferat des Gesundheitsministeriums (r.).

Text und Foto: Ursula Langesee/PNP vom 23.03.2017

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