vgl Mostfest Lalling01

Mostfest und Töpfermarkt

Kaiserwetter herrschte bei Mostfest und Töpfermarkt. Den Schirm konnte Landrat Christian Bernreiter als Schirmherrn getrost zuhause lassen. Das herrliche Frühsommerwetter gebe es, da die Winkler so brav seien, berichtete der Landrat unter Berufung auf eine Aussage von Pfarrer Philipp Höppler. Begonnen hatte der Festtag nach der Einholung der neuen Mostkönigin mit einem musikalisch umrahmten, von Böllerschüssen begleiteten Festzug der Ehrengäste und der Abordnungen der Ortsvereine vom Feuerwehrhaus zum Dorfplatz. Bürgermeister Josef Streicher als Hausherr begrüßte die zahlreichen Gäste, die sich die Inthronisation der neuen Mostkönigin nicht entgehen lassen wollten. Was den Münchner das Oktoberfest, ist den Lallingern das Mostfest mit Töpfermarkt, stellte der Lallinger Gemeindechef fest. Seit 1980 werde es unter Federführung der Feuerwehr und des Obst- und Gartenbauvereins gefeiert und sei zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Gemeinde geworden. Außerdem habe es die Gemeinde weit über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht. Der Streuobstbau habe im Lallinger Winkel eine Jahrhunderte alte Tradition. Nach einer Stagnation erlebe der Absatz von ungespritztem Obst in den letzten Jahrzehnten einen gewaltigen Aufschwung. Die Verbraucher wissen die Qualität des heimischen Obstes zu schätzen. Er dankte den Vereinen und der Familie Pflugk für die Organisation sowie der scheidenden Mostkönigin Laura Reimer für ihr Engagement in der zweijährigen Amtszeit, in der sie viel Freizeit für das Ehrenamt geopfert hat. Dankbar sei er, dass sich mit Pauline Rieger eine würdige Nachfolgerin gefunden habe.

Laura Reimer beschrieb die letzten zwei Jahre als aufregende Zeit, in der sie bei vielen Gelegenheiten den Lallinger Winkel vertreten konnte. Als Beispiele nannte sie die Apfelstrudelprobe im fiktiven Lansing der bayerischen Fernsehserie „Dahoam ist dahoam“, eine Einladung in den Landtag und zum Neujahrsempfang des bayerischen Ministerpräsidenten, den Besuch der Grünen Woche in Berlin sowie Begleitungen des Partnerschaftsvereins nach Besiny und Remy. Dort habe sie zur Freude der französischen Gastgeber eine kurze Rede in französischer Sprache gehalten. Die Zeit als Mostkönigin war ihr eine Ehre, stellte ist abschließend fest. In ihrem allumfassenden Dank für die Unterstützung hob sie Christina Fuchs und Anneliese Klampfl von der Tourist-Info hervor, denen sie ein Präsent überreichte. Ihrer Nachfolgerin wünschte sie viel Erfolg. Schirmherr Christian Bernreiter dankte Laura Reimer für ihren Einsatz und überreichte ihr und ihren Mostprinzessinnen ein Geschenk. Danach nahm er die Krönung der neuen Mostkönigin Pauline Rieger vor. Die teilte in ihrer Antrittsrede mit, wie sie Bürgermeister Streicher von der Übernahme des Ehrenamtes überzeugt habe. Sie stammte zwar nicht aus einem Obstbaubetrieb, sei aber Besitzerin eines Apfelbaumes und zwischenzeitlich zu einem Obstfan geworden. Mit Luise Friedrich und Lisa Gelbert habe sie zwei junge Mostprinzessinnen. Ihre Rede endete mit einem Gedicht über den Lallinger Most. Nach dem offiziellen Teil ließen sich die Ehrengäste den Most schmecken.

Als Ehrengäste wurden außer dem Schirmherrn begrüßt Pfarrer Philipp Höppler, MdB Rita Hagl-Kehl, Bundestagskandidat Thomas Erndl, Landwirtschaftsdirektor Dr. Heinrich Niedermeier vom Landwirtschaftsamt, Rita Meier als Vorsitzende des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege, Kreisbäuerin Rosmarie Mattis, ihre Vertreterin und Lallinger Ortsbäuerin Heidi Wenig, Alois Sitzberger vom Bauernverband, die Bürgermeister Ferdinand Brandl (Hunding) und Frantisek Vlcek (Besiny), Altbürgermeister Josef Reitberger (Grattersdorf), die 2. Bürgermeister Richard Anzenberger (Schaufling), Alfons Gramalla (Grattersdorf) und Michael Reitberger (Lalling), mehrere Gemeinderäte, die Bürgermedaillenträger Heinrich Höpfl und Josef Oswald, Maria Gruber als Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins sowie die Bayerische Gurkenkönigin Julia Salzberger und die Fränkische Rosenkönigin Hanna Steinbauer.

Seit 36 Jahren ist das Mostfest mit dem Töpfermarkt verbunden. Rund um den Dorfplatz wurde wieder erlesene Kunst und Handwerk zum Kauf angeboten. Die Familie Susanne und Lutz Pflugk als Marktausrichter hatten wieder eine interessante Auswahl an Kunsthandwerkern eingeladen. Viele Arten von Keramikgeschirr waren genauso vertreten wie Deko für Garten und Haus. Die Eheleute Panten aus Gemmenich (Belgien) boten Porzellanschmuck an. Sie kommen bereits seit mehreren Jahren nach Lalling. Nach Aussage von Ausstellern ist der Markt für die Qualität des Angebotes und die besondere Atmosphäre bekannt und beliebt. Immer wieder wird auf die Freundschaft mit der Familie Pflugk hingewiesen, so auch von der Familie Ludwig. Sie nimmt seit etwa 20 Jahren die weite Anreise aus dem brandenburgischen Görzke in Kauf.

Fest und Markt zogen an den beiden Festtagen wieder viele Besucher aus Nah und Fern an. Noch vor der offiziellen Markteröffnung fanden sich Gäste aus dem österreichischen Salzkammergut ein.

 

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